PERÚ – REPORT - I. Halbjahr 2 0 1 6

08/26/2016 - 20:00

von:  Annie Midas  -       26.08.2016

Themen:
Stadt Arequipa & Vulkan Misti
Museum der Archäologie, Anthropologie u. Geschichte
Taberna & Bodega Queirolo 
Diskothek Hops
Schokoladen-Museum
Ausflug nach Lunahuana 

Viele werden sich schon gewundert haben, wenn sie auf meiner Autorenseite nach neuen Blog-Eintragungen gesucht haben- häufiger wurde ich auch schon danach konsultiert.
Ja, es hat nun leider einen nicht gewollten und nicht geplanten zeitlichen Aussetzer gegeben, bedingt durch diverse Auslöser – egal. Nun bin ich wieder da und wenn man genau hinsieht, bemerkt man auch die eine oder andere Neuerung; so gibt es nun auch eine Kommentier-Funktion, die hoffentlich fleissig von meinen Lesern genutzt wird – ich erwarte gerne interessierte Fragen oder Kommentare zu den Themen, oder selbstverständlich auch zu meinen Büchern.  In den letzten Wochen bzw. Monaten hat sich bei mir hier so viel Material angesammelt, das darauf wartet von mir im Blog gezeigt zu werden, dass es mir gar nicht leicht fällt, eine vordringliche Auswahl zu treffen.

Nun gut : ich beginne mal mit meinen eigentlich für den Monat Januar 2016 gemachten letzten Ankündigungen. Wir besuchen zunächst einmal die Stadt AREQUIPA. Sie ist in vierlei Hinsicht sehr interessant und wert, sie einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. 

Arequipa ist nach der peruanischen Hauptstadt Lima und der im Norden gelegenen Stadt Trujillo die dritttgrösste Stadt des Landes und gleichzeitig auch Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Arequipa im Süden des Landes. Ihre Stadtgründung geht zurück bis auf das Jahr 1540. Ihre Lage ist aussergewöhnlich, nämlich in der kargen Andenregion auf ca. 2.300 m mit geschätzten 1,2 Mio Einwohnern. Bis zur Pazifikküste sind es von hier aus 70 km. Das Klima ist gemässigt und trocken und die durchschnittlichen Tagestemperaturen – bedingt durch die Höhenlage – liegen bei milden 20-23°C Grad. Arequipa wird auch als die „Weisse Stadt“ bezeichnet, was seinen Ursprung in dem weissen Sillar-Vulkangestein hat, aus dem schon seit Urzeiten Gebäude errichtet wurden. Die beeindruckende Kolonial-Stadt besitzt ein sehenswertes historisches Zentrum. Hier findet man die Barock-Kirche La Companía, die San Francisco Kirche oder das Santa Catalina Kloster. Einzigartig ist die Kathedrale von Arequipa, sie nimmt die gesamte Seite des Hauptplatzes (Plaza de Armas) ein und bietet gleichzeitig eine optische Delikatesse mit einem Blick auf den Vulkan Misti mit seiner Schneekuppe.

Im kolonialen Stadtzentrum kann man unzählige Innenhöfe entdecken,  gestaltet mit imposanten reichverzierten Säulengängen gemeisselt aus dem weissen Gestein dieser Region.

                                                       

                                                                                                     Stadtansichten von Arequipa

Gerade in den vergangenen Monaten berichtete die südamerikanische Presse wieder verstärkt über Vulkanausbrüche zB des Stratovulkans Cotopaxi in unmittelbarer Nähe der ecuadorianischen Stadt Quito gelegen. Aber auch mein Gastland Perú hat einen bemerkenswerten Vulkan zu bieten : Den Vulkan MISTI. Dieser ist ein sog. Schichtvulkan mit insgesasmt 5.825 m Höhe und sein Krater liegt in unmittelbarer Nähe der Stadt Arequipa (18 km). Er ist damit auch das Wahrzeichen dieser Stadt. Das Gesamtareal um den Misti umfasst über 200 Quadratkilometer. Bei einem Ausbruch besteht kein Zweifel, dass diese Stadt extrem gefährdet wäre. Evakuierungspläne seitens der Regierung oder der Stadt gibt es bis heute keine, im Gegenteil: die Besiedelung im möglichen unmittelbaren Vulkan-Ausbruchsgebiet geht unverdrossen stetig voran, ohne dass irgendwelche Gegenmassnahmen getroffen würden. Vom letzten grösseren Vulkanausbruch wurde zwar 1784 berichtet, aber der Vulkan ist nach wie vor sehr aktiv und die Seismologen registrieren eine stark ansteigende Aktivität im Misti seit Anfang 2014.  Man kann den Vulkan Misti auch besteigen, was aber eine mühsame Angelegenheit ist speziell wegen der losen, rutschigen Vulkanasche; in einigen Monaten, wenn oben Schnee liegt, braucht man für den Aufstieg sogar Steigeisen und Pickel.

Besonderheit :   Im Jahr 1998 entdeckten Archäologen in unmittelbarer Nähe des Kraters sechs Inca-Mumien die man heute im Museo de Santuarios Andinos in Arequipa besichtigen kann. 

Die Stadt Arequipa kann auch Ausgangspunkt für interessante Tagesausflüge sein, aber auch mehrtägige Kombinationstrips für Mountain-Biker oder Trekking-Touristen werden vielfältig angeboten.  Sehr empfehlenswert ist auf jeden Fall ein Ausflug in‘s Colca Tal; dieser Canyon (Cañón de Colca) ist ein Teil im Andengebirge, der dem Besucher die umwerfende Schönheit der schroffen Anden, der tiefsten Schluchten des Flusses Colca und über allem den in schwindelnden Höhen dahin segelnden Kondor bietet. Mit seinen fast drei Metern Flügelspannweite ist die Thermik dieser Schluchten im Canyon wie gemacht für seine Luftkreise in den blauen Höhen. Dieses Gebiet liegt ca. 90 km nördlich von Arequipa. Der Gesamt-Canyon wird als der zweittiefste (knapp hinter dem Grand Canyon in den USA) weltweit bezeichnet. Die urzeitlichen Bewohner  der Collagua-Kultur – hinterliessen hier ihre Felsmalereien, aber auch ihre „Colcas“  Behälter für die Getreidelagerung.

 

    Hier der als Mirador bezeichnete Ausblicksplatz im Cañón de Colca

 

 

Von den alten peruanischen Kulturen finde ich hier eine gute Überleitung zu einem lohnenswerten Besuch in dem äusserst interessanten Museum für Archäologie, Anthropologie und Geschichte  

(Museo de Arqueología, Antropología e Historia)  im Limeñer Bezirk Pueblo Libre gelegen

 

Alleine die Aussenansicht dieses Museums ist schon sehr imponierend. Nach Durchschreiten des Haupteingang-Portals zeigen sich sehr gepflegte Gartenanlagen, die die einzelnen Trakte von einander abtrennen. Das peruanische Nationalmuseum für Archäologie, Anthropologie und Geschichte wurde im Jahr 1822 gegründet. Es ist heute nicht nur das älteste, sondern auch das repräsentativste bibliographische Museum des Landes. Hier werden aussergewöhnliche präkolumbische Exponate präsentiert, aber auch Sammlungen von Kunstwerken, sowie  fotografische und dokumentarische Belegstücke aus der Kolonialzeit und der Republikanischen Epoche. Es werden unschätzbar wertvolle Keramiken, Textilien, Webereien, aber auch Metalle, oder organische Objekte und lythische Fragmente aus der prähispanischen Vergangenheit gezeigt. Daneben findet man umfassende bibliographische Sammlungen. 

Zu Beginn des Rundgangs findet man sich zunächst einmal mitten im spanischen Kriegsgetümmel der Eroberungskriege wieder, betrachtet Gemäldeabteilungen, Darstellungen von Schlachten, aber auch peruanisches Handwerk, bevor es dann zum eigentlichen Höhepunkt dieses Museums geht :  den alten Früh- und Inka-Kulturen in Perú. Die Vielfalt an historischen Kulturschätzen ist kaum in Zahlen oder Worte zu fassen. Die Gestaltung der Räumlichkeiten mit einer phänomenalen Ausleuchtung aller Vitrinen ist sehr effektvoll.

Diesem Museum kann man nicht gerecht werden, indem man es nur beschreibt, man muss es selber gesehen und erlebt haben. Und ich könnte hunderte von Bildern hereinstellen, eines schöner als das andere – muss es aber bei einer kleinen Auswahl belassen. Wer in Lima wohnt oder die Stadt als Besucher bereist, sollte diesen Ort unbedingt auf seine To-do-Liste setzen. Häufig ist das Museum Ort für Ausstellungen oder Workshops

 

Alte Grabgefässe (huacos) der verschiedensten Kulturen aus vielen Jahrhunderten – wunderschön erhalten und dekorativ präsentiert

                                       

  Farbenprächtige Textilien und Webarbeiten aus den verschiedenen Epochen  

                                                                   

Wenn man sich müde gesehen und gelaufen hat, kann man gleich nebenan vom Museum in der Taberna Queirolo, einem netten Restaurant ein paar Erfrischungen oder leckere Speisen zu sich nehmen – in einem ganz altspanischen Ambiente – und vorallem bei hochsommerlichen Temperaturen in schön schattig kühlen Räumlichkeiten.

                                               

Bevor man diesen Stadtteil verlässt, empfehle ich noch einen kleinen Spaziergang – nur wenige Schritte und um eine Ecke weiter findet man die  Bodega Santiago Queirolo - die man wirklich gesehen haben sollte. Am Eingang werden die Besucher von riesigen Holzfässern empfangen und dann kann das Auge kaum mehr ermessen, was hier an Flaschen in Regalen oder in Ausstellungsgallerien alles angeboten und verkauft wird.

 

Im Eingangsbereich ist auch ein altes Auslieferungsfahrzeug dekorativ hergerichtet zu bewundern, daneben auch viele Dinge zum Verschenken, inklusive passender Gläser und anderer Accessoires der Getränkekultur

 

Das Getränkeangebot ist einmalig reichhaltig und vielseitig - Da gibt es Weissweine, Rot- und Roséweine, Sekte – alles in verschiedenen Varianten Süss-Halbtrocken-Trocken -  und vorallem alle bekannten Pisco-Sorten – auch in besonderen Dosen oder sonstigen originellen Verpackungen.

 

Wenn man sich schon auf einen Spaziergang rund um´s Museum begibt, ist der Weg nicht mehr weit in die Avenida General Manuel Vivanco, um dort auch am Tag mal einen Blick in die Diskothek Hops zu werfen. Hier wird in Kupferkesseln ein handgemachtes Bier gebraut von hell bis dunkel. An den rustikalen Holztischen und Bänken herrscht abends und bis in die Nacht fröhlich-lautes Treiben bei Livemusik von angesagten Bands und Sängern. Hiermit will ich meinen heutigen Einblick in den Bezirk Pueblo Libre abschliessen.

 

  

 

Von einem Museum zum anderen --- aber etwas doch ganz anderes hat das reizende kleine Schokoladen-Museum  (Museo del Chocolate y Talleres) im Stadtteil Miraflores (Calle Berlín) zu bieten. Man wird freundlichst von jungem Personal begrüsst und man erkundigt sich, was man gerne bei ihnen sehen oder unternehmen möchte – denn da gibt es eine ordentliche Auswahl. Ich empfehle, sich einer kleineren Gruppe anzuschliessen, um sich einen detaillierten Überblick zu verschaffen von:  der Kakaobohne am Baum.... bis zur fertigen Praline oder Tafel Schokolade. Das ist unglaublich interessant. Ausser in Spanisch beherrschen die Führer auch ein verständliches Englisch.   

 

Desweiteren kann man sich dazu melden, um in Eigenregie seine handgemachten Pralinen oder andere Schokoladenartikel herzustellen – dabei bemerkt man sehr schnell, das dies recht arbeitsintensiv und anstrengend ist : es wird ewig lange im Mörser gerührt, die fertige Masse dann ständig im Kessel ohne Unterlass rührend bewegt – aber dann kommt endlich der grosse Moment, wo man zB die flüssige Schokolade in Förmchen füllen und auch nach eigenem Gusto mit Nüssen, Süssperlen, Mandeln, Kaffeebohnen,  oder anderen kleinen essbaren Dekos verzieren kann.

Danach heisst es Geduld haben, mindestens 1 – 1½ Stunden; aber diese Zeit kann man leicht damit verbringen, um sich nun einmal genau im Shop des Museums umzuschauen und wo man unweigerlich schnell in einen Kaufrausch verfällt, wenn man sieht, was hier alles so Leckeres verführerisch angeboten wird. Hat man noch genügend Zeit, setzt man sich draussen an kleine Tische und kann sich vielerlei Getränke – natürlich auch solche aus Schokolade zB mit Chili (!) – und auch Speisen bestellen – dann vergeht die Zeit wie im Flug und man bekommt sein eigenes Werk nett verpackt ausgehändigt. Solche Pralinen oder Schokoladenartikel schmecken dann unvergleichlich gut , einfach da auch selbstgemacht.

Jetzt lasse ich nur noch die Bilder sprechen :                  

                                                                                     

                                                                             

                                                                             

                                                                                 

 

Nach so viel Kunstgenuss und süssen Verlockungen biete ich noch einen eintägigen Reiseausflug an – begleiten Sie mich nach  LUNAHUANA, Sie werden es nicht bereuen.

Wer nicht im eigenen Pkw unterwegs sein möchte oder kann und auch nicht in einem der vielseitigen Hotels oben im Tal übernachten möchte, kann die Tour auch in einem Kleinbus machen, was sehr unterhaltsam sein kann, wenn sich dabei Touristen verschiedener Nationalitäten treffen. Die insgesamt ca. dreistündige Fahrt geht morgens sehr früh in Miraflores los, es geht in Richtung Süden, vorbei an verschiedenen Badeorten wie Santa María, Pucusana, Boulevard de Asia - die noch um die frühe Uhrzeit wie ausgestorben wirken. Der Kleinbus hält auf der Panamericana schliesslich bei einem Restaurant, wo an grossen offenen Öfen die verschiedensten Speisen angeboten werden, von Fladenbrot, Pizzas bis zu süssen Churros – das sind Gebäckrollen mit Puddingfüllung. Der dort ausgeschenkte Kaffee ist heiss und sehr stark. Der nächste Halt ist dann in dem kleinen pittoresken Fischerdörfchen Cerro Azul – das natürlich mit seinen diversen Markständen, Restaurants und Verkaufsbuden ganz auf die hier Station machenden Touristen ausgerichtet ist. Aber man findet hier auch Vieles, was aus dem Meer verarbeitet wird, wie Anchovis in Öl oder im Glas als Paste.  

                              

                            

Lunahuaná ist ein kleines Dorf in der Provinz Cañete in Peru. Der Ort liegt ca. 190 km südlich von Lima im Lunahuaná-Tal am reißenden Fluss Río Cañete. Lunahuaná befindet sich 476 Meter über Meereshöhe. Hier hat man die Möglichkeiten zu den verschiedensten sportlichen Betätigungen: sehr beliebt ist Rafting auf dem dafür prädestinierten Fluss; Pferde stehen zu einem Ausritt in die steileren Regionen bereit; hier ist es ideal zum Campen (Mückenspray nicht vergessen) und Wanderer finden hier mehr als genug Strecken zum Erkunden.

Für das leibliche Wohl ist über die gesamte Talstrecke bis rauf in die Berge in vielen ansprechenden Restaurants mit ausgezeichneter Küche gesorgt. Spezialität : Camerones del Río (Flussgarnelen) in allen Varianten – auch hervorragend als Suppe !  Dazu einen Pisco Sour  !

Das Wetter ist fast ganzjährig warm und sonnig; wegen der relativen Nähe zur Hauptstadt Lima entfliehen die Peruaner gerne dem grau-feuchten Schmuddelwetter im Winter, um hier rund um Lunahuaná den Sommer zu geniessen. - Natürlich findet man hier auch Hotels der verschiedenen Kategorien, von einfach bis zum anspruchsvollen Golfhotel mit Luxus-Pools. Einfach mal ausprobieren und hinfahren ! 

                                 

 Abenteuerliche Brückenübergänge  -   geduldige Pferde -  reissender Rio Cañete  -   ein Tal voller Mystik umgeben von Andengebirgen   -   einladende Restaurants   

                  

                                                                                                           

 

 

Im nächsten Perú-Blog dieses Jahres  (II.Halbjahr) erscheinen dann Berichte & Bilder zu folgenden Themen :
Tropische Früchte und ihre Verwendung
Besuch im SOS Kinderdorf in Zárate
Ausgefallene Restaurantbesuche
Besuch im Zirkus :   „La Tarumba“  & "Cirque du Soleil" in LIma 

 

 

 

Quellen
Text :Annie Midas
©Bilder  :
roughguides – sumacocatravel –
dollarphotoclub – cultura.gob.pe –
Gerhard Kutzner – Annie Midas  -

 

 

 

 

Comentarios

..... klasse Infos, tolle Bilder -> nehme alles in meine Planung auf :-) vielen lieben Dank

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