JUNI - AFRIKANISCHER BEITRAG

06/18/2015 - 15:30

Afrikanischer Strauß

Für alle, die mich - Annie Midas - noch nicht kennen: Ich bin eine deutsche Schriftstellerin, lebe momentan in Südamerika, schreibe aber Romane, deren Inhalte im südlichen Afrika spielen. Afrika wird für mich, wo immer ich gerade bin, mein Leben lang eine Herzensangelegenheit bleiben. Mein erster Roman (Doppelband) °Die Buschmannperlen° ist im deutschsprachigen Raum seit Januar dieses Jahres in gebundener Form und als ebook-Version im Handel. Man kann das Buch direkt beim BoD Verlag in Norderstedt bestellen, über den allgemeinen Buchhandel beziehen oder online über diverse Shops (amazon.de / ebook.de / Apple itunes.com /uam) auch als ebook ordern.

In diesem Herbst (Anfang September) soll mein zweiter Roman fertig geschrieben sein – nein, den Titel kann ich leider noch nicht verraten, aber schon mal so viel: das neue Buch wird wohl kein solches „Schwergewicht“ wie der Vorgänger. Der Inhalt greift zwar durch die Fortsetzung der Erzählung in einer der Generationen die Vorgeschichte auf, ist aber auch ohne Vorkenntnisse lesbar und in sich schlüssig und verständlich. Selbstverständlich freut es mich am meisten, wenn meine interessierten Leser zunächst die Buschmannperlen lesen, um mir dann auch in mein zweites Buch zu folgen.

Soviel zu meiner heutigen Einführung und Beginn meines Afrika-Blogs.

Flora und Fauna Afrika

Als ich das erste Mal afrikanischen Boden betrat, hatte ich schon so diverse Umzüge durch verschiedene Kontinente hinter mir. Nein, Afrika ist zu jenem Zeitpunkt überhaupt nicht mein Traumziel gewesen – eigentlich wollte ich einfach nicht mehr herumziehen, wollte endlich nur sesshaft werden und das zwar schon in einem Land der Wärme und möglichst an einem Ozean gelegen. Aber ich wurde nicht gefragt, denn der Beruf brachte nun mal pausenlose Veränderungen mit sich. Dann war es also plötzlich Südafrika und zwar noch zur Zeit der Apartheid - auch wenn diese hier und da schon zu „bröckeln“ begann - das nannte man dann später die °Petty Apartheid°.

Ich bin in meinem bisherigen Leben noch nie neu in ein Land gekommen, wo ich mich so schnell und mit täglich neuer Begeisterung eingelebt habe wie in South Africa. Mein Hauptwohnsitz war in Johannesburg (kurz Joburg genannt), der grössten Stadt des Landes (4,4 Mio) und in der Nähe der Hauptstadt Pretoria gelegen. Dieser Bezirk gehörte damals zu Transvaal (heute:Gauteng - °Ort des Goldes°) , einer mittleren Höhenregion (ca. 1.750 MüM) , mit einem stets sehr angenehmen und gesunden Klima. Die Sommer (Oktober-April) sind nicht zu heiss, bringen durch starke Regenfälle und Gewitter genügend Feuchtigkeit für die Natur, die sich dann von einer unglaublichen Vielfalt zeigt. Die Wintertemperaturen (Mai-September) fallen nachts häufig bis knapp unter die Nullgrad, können am Tag mit Sonneneinstrahlung leicht wieder auf die 20° C Grad hochschnellen. Dann herrscht absolute Trockenheit und das Land wirkt braunverbrannt. Morgens findet man auf den vertrockneten Rasenflächen den Rauhreif der Nacht. Diese Bedingungen findet man so in Südafrika nur in dieser nördlichen Zentralregion.

Viele Jahre – nein Jahrzehnte – war Südafrika bedingt durch die im Lande so strikt herrschende Rassentrennung weltweit in den Negativschlagzeilen der Internationalen Presse. Nach den vielen Kriegen rund um den Erdball und der sich verändernden internationalen Einstellung zu Rassendiskriminierungen wurde der Druck auf Südafrika so gross, dass es im Jahr 1990 schlussendlich zur Abschaffung der Apartheid kam. Ich habe hautnah im Lande die einzelnen Phasen erlebt und habe mir so meine eigene Sicht der Dinge angeeignet. Nelson Mandela – dieser grosse südafrikanische Freiheitskämpfer – war sich zu seinen Lebzeiten auch immer bewusst, welche Gefahren dieser Umbruch im Lande auslösen würde; aber mit ihm gab es einen starken und mächtigen Führer, der alle Rassen und schwarzen Stämme zusammenhalten konnte – aber dieser grosse Mann hat die südafrikanische Bühne verlassen.

Wenn ich heute mein geliebtes Joburg betrachte, kommen mir die Tränen. Die Stadt versinkt in Kämpfen der Schwarzen untereinander, in Kriminalität bis hin zu Morden am hellen Tag in den Strassen, Schmutz und Dreck – schlicht Chaos. Wenn ich daran denke, dass ich früher im Auto oder auch zu Fuss völlig unbelästigt durch die Stadt und ihre Vororte fahren und spazieren konnte; man machte Picknicks auf dem Highveld völlig ohne Bewachung, wenn man mal von einigen Hunden absah; man konnte ohne jede Begleitung tagelang durch die Wildparks oder von Johannesburg runter an die Südküste nach Kapstadt fahren - - -

Nein, ich bin keine Verfechterin der Rassentrennung – um Himmelswillen – ich habe unter immer wieder neuen fremden Menschenrassen gelebt und mich wohl gefühlt. ABER die Abschaffung der Apartheid auf internationalen Druck von einem Tag auf den anderen erbrachte die heutigen schwerwiegenden Probleme des Landes. Die schwarze Bevölkerung wurde völlig unvorbereitet °in ihre Freiheit° entlassen. Vorher hatten sie nichts: keine Rechte, kaum Schulerziehung, keine Berufsweiterbildung, und danach herrschte die gleiche Armut und Trostlosigkeit, dazu heute noch verbunden mit grosser Arbeitslosigkeit, was zu ständig steigender Kriminalität führte verbunden mit Kämpfen, die häufig auch auf uralten Fehden unter den Stämmen beruhen.

Doch es gibt auch Hoffnungsschimmer: die heutige südafrikanische Jugend. Auf der jungen Generation lastet eine grosse Verantwortung und sie wollen sich als °Regenbogennation° verstanden sehen, das haben sie während der Fussballweltmeisterschaft 2010 in ihrem Land immer wieder zum Ausdruck gebracht. Eine ganz wichtige Rolle spielt für Südafrika der Turismus und das nicht nur als Geldeinnahmequelle. Klar, die Besucher bringen Geld in‘s Land, aber sie sollen auch weltweit in ihren Heimatländern positiv über die R S A [Republic of South Africa (Englisch) // Republiek van Suid-Afrika (Afrikaans) // Iriphabliki yaseMzantsi Afrika (isiXhosa)] berichten, das schafft neues Vertrauen in die Regierung, bringt Investoren, schafft international wieder ein besseres Ansehen.

Süd-Afrikanische Fahne

Die erstmalig am 27. April 1994 gehisste Flagge soll mit ihren Farben diese neue Nation aller Rassen repräsentieren.

Der Drang nach Bildung und beruflichem Erfolg ist heutzutage im Lande enorm. Hier wächst eine Generation heran, für die eine unterschiedliche Hautfarbe ohne Bedeutung ist. Umfragen zeigen, dass es momentan nur noch eine 10%ige weisse, dafür aber 90%ige farbige Bevölkerung gibt, die sich wiederum ausser der schwarzen Rasse auch aus Chinesen und Indern bildet. Im Land wurde schon immer Englisch und Afrikaans gesprochen; heute kennt man dazu fast ein Dutzend offizieller Landessprachen wie die der Zulu, Xhosa oder Sotho und Ndebele. In meinem weiter oben zitierten Buch Die Buschmannperlen spielt die sogenannte °Klick-/Schnalzsprache°, die bei den ethnischen Urvölkern der San (Südafrika) und Nama (Namibia), wie vereinzelt auch bei einigen Stämmen der Bantus verbreitet ist und bis heute auch gesprochen wird, eine sehr bedeutende Rolle.

Aber auch auf dem Gebiet der Kriminalitätsbekämpfung fangen langsam an neue Konzepte Wirkung zu zeigen, die speziell in den Städten den Bürgern mehr Sicherheit geben sollen und die Hoffnung machen auf eine langsame Stabilisierung und Normalisierung. Der grösste Reichtum des Landes liegt in seinen Bodenschätzen : in den Goldminen und auf den Diamantenfeldern, Abbau von Platin und Chrom; weitere bedeutende Industriebranchen sind der Kfz-Sektor, die Textilindustrie, der Weinanbau und Weinexport und last but not least der Turismus als wichtiger Wirtschaftsfaktor - - all das zusammengenommen macht Südafrika zu einem äusserst attraktiven Wirtschaftspartner für viele Länder..

Nachdem dies heute mehr generelle Themen zu Südafrika waren, werde ich im nächsten Afrika-Blog zu persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen aus meiner Zeit etwas schreiben, aber auch gesammelte Beobachtungen und Erzählungen aus aktuellen privaten Quellen widergeben.

Selten gewordene weisse Rhinos

Fotos ©Annie Midas – E.G. Hodske –Matthias Graben

Añadir nuevo comentario

CAPTCHA
Esta pregunta es para comprobar si usted es un visitante humano y prevenir envíos de spam automatizado.