JULI - REPORT

07/09/2015 - 16:30

Dieser Bericht muss natürlich zunächst einmal dem peruanischen Nationalfeiertag am 28./29. Juli des Jahres gewidmet werden. Der Lateinamerikaner – und da ist der Peruaner keine Ausnahme – ist unglaublich nationalbewusst und von starkem Nationalstolz erfüllt. Das kann man bei vielerlei Gelegenheiten sehen, hören und miterleben. Voller Inbrunst wird die Nationalhymne bei allen offiziellen, aber auch weniger offiziellen Anlässen mitgesungen, wobei die rechte Hand ehrenvoll auf der linken Brusthälfte zu liegen hat, selbst die Kleinen stehen stramm und sind schon ziemlich textsicher.

Wie sind die Abläufe dieser Tage ? Mit den °Fiestas Patrias del Perú° wird die Befreiung von den spanischen Eroberern und ihrer Herrschaft gefeiert. Am 28. Juli gedenkt man der Freiheitsproklamation durch den Freiheitskämpfer José de San Martín. Am frühen Morgen des 28. Juli werden 28 Kanonenschüsse abgegeben, womit das anschliessende Hissen der peruanischen Nationalflagge eingeleitet wird. Seit einigen Jahren wird verstärkt darauf geachtet, dass möglichst den gesamten Monat Juli an jedem Haus die peruanische Fahne gesetzt wird. Der aktuelle Staatspräsident (bis 2016, ohne direkte Wiederwahl) Seine Exzellenz Ollanta Humala Tasso, hat während der beiden Feiertage diverse Pflichten zu erfüllen – u.a. mit einer Ansprache an die Nation im Nationalkongress. Die Messe (Misa Te Deum Ecuménico) wird durch den Erzbischoff der Stadt Lima zelebriert. Im Laufe der beiden Tage folgen die verschiedensten Zeremonien, wobei es am 29. Juli traditionell eine Grosse Militärparade zu sehen gibt, die gemeinsam von den Streitkräften und der nationalen Polizei abgehalten wird.

Für die Peruaner sind es aber auch Ferientage und wer es sich leisten kann, fliegt weg, oder macht im Lande Urlaub - zB an den weissen Sandstränden im Norden oder auf einer Lodge im Urwald, Auswahl und Angebote gibt es genug. Aber man sollte wissen, dass die Zeit rund um die Nationalfeiertage auch eine der teuersten Reisezeiten ist – prompt schnellen die Flugpreise in die Höhe und flugs sind die Hotelzimmer doppelt so teuer.

 

Die Peruaner lieben es, mit ihrer ganzen Familie oder auch grossen Freundescliquen am Wochenende oder an Feiertagen die Parks zu bevölkern. Dann liegen sie dicht gedrängt auf den Rasenflächen, die Kinder rennen oder krabbeln überall und Hunde tollen dazwischen herum. Wenn man die Parks in etwas mehr Ruhe geniessen möchte, sollte man das also an einen ganz normalen Wochentag tun. Da gibt es zum Beispiel den °Parque del Amor° – oben an der Steilküste zum pazifischen Ozean gelegen. Verschiedene Künstler haben ihn gestaltet und von den verschiedensten Sitzplätzen hat man immer wieder zauberhafte Ausblicke auf das Meer, viele Blüten und Anpflanzungen oder auf dekorative Kachelwände teilweise verziert mit Liebessprüchen.

Wenn man von diesem Park die Küstenstrasse (Malecón Cisneros) weiter entlang spaziert, kommt man zu einem herrlichen Aussichtspunkt, der nicht nur bei den einkehrenden Kaffeegästen, sondern auch bei vielen Joggern mal als Zwischenstation auf ihrem Lauf sehr beliebt ist : das kleine °Café Buena Vista°, das einem vergrösserten Kiosk gleicht, oben auf dem flachen Dach noch eine besondere Aussichtsterrasse hat und auch von den Sitzplätzen und kleinen Bänken überall einen tollen Blick auf den Ozean bietet – phantastisch von hier aus den Sonnenuntergang bei einem letzten Drink zu geniessen. Die Speisekarte bietet viele verschiedene süsse Leckereien, aber auch Salate und kleine Imbisse und dazu vorallem eine grosse Auswahl an sehr gut schmeckendem Kaffee in vielen Varianten.

Einen anderen sehr empfehlenswerten Aussichtspunkt findet man im Stadtteil Barranco. Über diesen sehr quirligen, von Galeristen und anderen Künstlern immer stärker bevorzugten Vorort, der sich südlich des Hauptstadt-Zentrum’s von Lima entlang der Pazifikküste zieht, werde ich noch häufiger berichten können. Heute soll der Weg mal zu der unter den Touristen sehr beliebten °Puente de los Suspiros° (Seufzerbrücke) gehen. Diese allein ist schon sehenswert und bietet beim Überqueren einen umfangreichen Blick in ein früheres schmales Flusstal, an desssen Seiten sich unzählige kleinere und grössere Restaurants und Bars angesiedelt haben.

Die ursprüngliche Brücke existierte bereits 1876, wurde aber komplett zerstört in den Pazifik-Kriegen mit den Chilenen und danach wieder aufgebaut und mehrfach mit einer neuen Konstruktion versehen. Heute verläuft unter der hölzernen Brücke ein steingepflasterter Fussweg, der runter bis zum Meer führt, die sogenannt °Bajada de Baños°, nach Überquerung kommt man zu der °Ermita de Barranco°, die im 18. Jahrhundert als Kapelle für die lokalen Fischer erbaut wurde und nach Brandzerstörungen und Neuaufbau schliesslich 1903 zu der jetzigen Parroquia ernannt wurde. Hier oben befinden sich weitere Restaurants, schöne Aussichtspunkte und romantische Plätze.

Hier ist eine gute Gelegenheit sich bei einer erfrischenden Limonade niederzulassen, den Ausblick und das ganze Ambiente zu geniessen

Aus Barranco , dem früheren kleinen Fischerort und heutigen angesagten Distrikt der Künstler und Bohémiens stammen viele bekannte Persönlichkeiten wie: Politiker, Komponisten, Dichter und Schriftsteller. Unbedingt erwähnen muss man hierbei die Sängerin und Komponistin Chabuca Grande, die 1960 mit ihrem Lied °El Puente de los Suspiros° diese Brücke und auch Barranco international bekannt machte.

Spaziergänge durch Barranco lohnen sich immer wieder und ständig entdeckt man Neues, Unterhaltsames, Interessantes….. so wie diese lustige Gruppe, wo man schon genau hinschauen muss.

Wenn man hier schon einmal angelangt ist und vielleicht die Vormittagsstunden verbracht hat, sollte man für ein gutes Mittagsessen etwas weiter die Küste in südlicher Richtung entlangfahren und zwar in den Vorortsdistrik Chorrillos und dort an einen Strandabschnitt, der als °Herradura° (Hufeisen) bezeichnet wird, wo man ein ganz besonderes Highlight erleben kann : das Restaurant °El Salto del Fraile° (der Mönchssprung). Hoch oben auf reinen Felsen erbaut wurde hier ein sehr ausgefallenes Restaurant geschaffen mit einem Rundumblick auf den Pazifik, wo heute noch zu bestimmten Uhrzeiten den Gästen ein besonderes Spektakel geboten wird : der Sprung eines Mönches in die Tiefe.

Dieser Sprung, den heute ein Angestellter des Restaurants regelmässig als Attraktion für die Gäste zelebriert, beruht auf einer alten Legende, wo es Anfang des Jahrzehnts 1860 zu einem tragischen tödlichen Mönchssprung von genau diesem Felsen gekommen sein soll. Das Restaurant unter deutscher Führung bietet hervorragende Speisen und Getränke an – allerdings auch nicht ganz billig, aber dafür sitzt man an einem aussergewöhnlichen Platz, wo man tatsächlich von allen Tischen einen perfekten Ausblick hat.

Rund um Lima und seine 43 Distrikten findet man unzählige und viele sehr aussergewöhnliche Restaurants, die eine Küchenkultur der verschiedensten Nationen anbieten. Es gibt Strassen, da reihen sich die Lokale Seite an Seite, alle stets gut besucht, egal ob zur Mittagszeit oder am Abend. Und für jeden Geldbeutel ist was dabei – so gib es in den kleinen Strassenlokalen durchaus Menüs mit einem Getränk für umgerechnet € 3.00-4.00 , aber auch Speisen in Edelrestaurants zu € 100-150.00. Mir macht es immer viel Spass, etwas Neues kennenzulernen und auszuprobieren. Um auch mal die alleroberste Klasse zu besuchen, wartet man am besten auf die mehrmals im Jahr angebotenen besonderen Gourmet-Tage, wo diese Edelrestaurants zu einem reduzierten Preis eine Speisenfolge anbieten – danach kann man sich ein Urteil bilden, ohne allzu viel Geld ausgeben zu müssen.

Ich möchte meine Leser heute noch mit in das °Madam Tusan° nehmen – es ist ein noch recht erschwingliches Restaurant, in dem die sogenannte Fusions-Küche offeriert wird, das bedeutet chinesische und peruanische Küche gehen hier eine „Melange“ ein, was zu interessanten, sehr schmackhaften Gaumenfreuden führt. Das Besondere an dieser Lokalität - in der Avda. Santa Cruz an der Grenze der beiden Bezirke Miraflores und San Isidro gelegen - ist ausserdem die chinesisch-originelle Innenausstattung; dazu gibt es viele verschiedene Sitzmöglichkeiten – von Zweier-Tischen, über halbrunde Sitznischen für 5-6 Personen, dann besonders angeordenete Tische für grössere Gruppen, aber auch Extraräume für besondere Gelegenheiten und Feiern –alles im asiatischen Stil mit viel Liebe zum Detail. Hier dazu die Fotos :

Ich werde noch häufiger über unsere Restaurants zu berichten haben; ein besonderes Restaurant – das sich auf dem Gelände der °Huaca Pucllana° befindet, hatte ich bereits im meinem Report vom Monat Juni zumindestens schon einmal erwähnt.

 

Wie schon letztes Mal angekündigt, wollte ich auch was über Sehenswürdigkeiten rund um Lima schreiben. Da habe ich mir für heute noch eine herausgesucht, die gleichzeitig auch in die Rubrik „Besondere Naturparks“ gehört. Ich meine den : °Circuito Mágico del Agua° (Magische Wasserspiele), die man im „Parque de la Reserva“ in Lima besuchen kann – und unbedingt sollte !!

Diese Wassershow existiert seit dem Jahr 2007 und erhielt 2009 die Erwähnung im Guiness-Buch der Rekorde und damit den internationalen Preis für den grössten Fontänen- und Quellen-Komplex in einem öffentlichen Park weltweit. Man kann das weitläufige Gelände täglich (nur geschlossen: Montags) bis abends 22 Uhr besuchen. Der Eintritt kostet S/. 4.00 ; Kleinkinder und 65+Personen und Behinderte haben gratis Zugang.

Es handelt sich hier um 13 verschiedene magisch-interaktive Fontänen, die in perfekter Abstimmung und Harmonie begleitet durch FarbLaser und Musikuntermalung eine grossartige Show bieten. Gerade bei den Touristen ist diese Attraktion wenig bekannt und sollte mit auf dem Besuchsprogramm stehen.

Die Shows starten abends um : 19:15 - 20:15 und 21:30 Uhr

Vorschau auf den August :

Nachdenkliche Betrachtungen // Ausflüge zu den Häfen // Internationale Künstler in Lima

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