DEZEMBER - AFRIKANISCHER BEITRAG

12/10/2015 - 17:15

Inhalt:
I. Wilderei – illegaler Handel von Elfenbein & Rhino-Hörner – Zuchtfarmen für Wildtiere (Gatterjagd)
II. Drei Frauen-Portraits
III.Zwei Ozeane
IV.Südafrikanische Flora & Landschaft

Zu Beginn meines afrikanischen Berichts für den letzten Monat des Jahres 2015

I.

Zu Beginn meines afrikanischen Berichts für den letzten Monat des Jahres 2015 möchte ich ein wunderschön symbolisches Bild stellen : ein junges Waisen-Nashorn mit seinem Betreuer unter dem Regenbogenschirm von Südafrika. Es zeigt die menschliche Zuwendung und vertrauensvolle Nähe zu einem unersetzlich wertvollen afrikanischen Wildtier.

Es ist ein unendlich trauriges Kapitel, dem ich mich heute auch in meinem Blog widmen möchte: die Wilddieberei in grossem fast ungebremsten Ausmass. Es betrifft alle Wildtiere aber in ganz besonderem und erschreckenden Masse die Elefanten wegen ihrer Stosszähne und die Nashörner wegen des Horns. Die täglich in den Medien und dem Internet erscheinenden Bilder und Videos von neuen abgeschlachteten Tieren - neuerdings auch durch Vergiftung der Wasserlöcher verursacht- herumirrenden oder auch bei den toten Müttern ausharrenden Baby-Elefanten und Baby-Nashörnern – treiben einem die Tränen der Trauer, aber auch einer ungeheuren Wut in die Augen. – Ich verzichte hier an dieser Stelle bewusst auf horrende abstossende Fotos.

Unendlich viele internationale Organisationen, bekannte Persönlichkeiten aus Politik und ShowBiz, private Initiativen, Hilfsorganisationen und viele andere mehr starten laufend neue Aufrufe, Petitionen, Protestmärsche, Agendas auf Konferenzen, Erlasse von neuen Gesetzen – um die sich abzeichnenden Katastrophe einer kompletten Ausrottung der afriklanischen Wildtiere noch in letzter Minute stoppen zu können. Was hat es bis heute gebracht ? - Es gibt gute Ansätze, auch erfreuliche Entwicklungen in die richtige Richtung – aber das gravierende Grundproblem sind die afrikanischen Staaten selber mit ihrer Uneinsicht, Falscheinschätzungen, Korruption und meistens nur laschen Verfolgung von Wilderern. Die Geld-Gier von Politikern bis zur verarmten Bevölkerung ist riesengross und so lange es immer noch Abnehmer-Länder gibt, die mit enorm hohen Verkaufsbeträgen winken, kann man bereits jetzt anhand der noch lebenden Tiere im Vergleich zu den jährlich getöteten eine genaue Zeitspanne benennen, wann es keinen freilebenden Elefanten, Nashorn, Löwen oder Geparden mehr in ihrem Original-Habitat zu finden geben wird.

Alle 15 Minuten wird ein Elefant wegen seines Elfenbeins sinnlos getötet !

Diese Darstellung zeigt in den einzelnen Ländern des südlichen Afrikas nur anhand der Löwen-Population wie dramatisch sich hier die Anzahl dieser wildlebenden Tiere in den letzten zwanzig Jahren verringert hat.

Mögen wir so einen Grabstein niemals zu sehen bekommen:
Afrikanischer Elefant – ausgestorben 2020
Viele von Euch haben sich bemüht – aber es war nicht genug !

Die weltweite unfassbare Sucht nach Tier-Trophäen - wie: Löwenköpfe, Ganztier-Felle, ganze Kudu-Köpfe mit Geweihen, selbst Beine von Wasserbüffeln und Giraffen - heizt neben dem Elfenbein- und Horn-Handel die weitere Dezimierung der Wildtiere an – ganz zu schweigen von den sog. Safari-Grosswild-Jägern, die sich stolz neben ihrer Beute im Internet präsentieren, nur um in ihrem Jagdbuch einen weiteren erfolgreichen Abschuss zB einer Giraffe, eines Elefanten, Löwen oder eines Büffels notieren zu können.

Auch die schon seit vielen Jahrzehnten existenten Zuchtfarmen zB für Löwen florieren weiter trotz aller Proteste und Petitionen. Diese nur zum Zwecke der Jagd gezüchteten Tiere werden für hohe Summen dann in umzäunten Gattern von selbsternannten Jägern grossartig erlegt. -- All diesen Leuten, die nur dafür sorgen, dass unser Planet sich dramatisch verändern wird – werde ich kein Foto „widmen“. Denn der Verlust der Tiere zieht eine Schraube von Umweltentwicklungen nach sich, die man sich heute vielfach in allen Ausmassen noch gar nicht ausmalen kann.

Die Emirates Airline sollte man lobend erwähnen : sie trägt den Wildlife-Schutzgedanken mit ihren Maschinen rund um den Globus

Und sie alle bitten und fragen uns: Lasst uns leben & gross werden ! Warum habt Ihr unsere Eltern getötet?

Der Waisen-Kindergarten von David-Sheldrick-Wildlife-Trust……

II.

Ich hatte schon auf einer anderen Seite drei ganz besondere Frauen erwähnt, die sich ein Leben lang unermüdlich für den afrikanischen und asiatischen Tierschutz und Umweltschutz engagieren und ich finde es lohnenswert hier noch etwas ausführlicher auf diese Biographien einzugehen. Inspiriert zu diesen Portraits wurde ich durch ein altes Schwarzweiss-Foto, das ich zufällig entdeckte – dieses zeigt die Verhaltensforscherinnen :

Dr. Biruté Galdikas - Dian Fossey - Dr. Jane Goodall

Momentan herrscht ja in allen internationalen Medien ein Riesen-¨Hype¨ um die britische Verhaltensforscherin bei Primaten Dame Dr Valerie Jane Goodall (so ihr offizieller Name und Titulierung) , die in einer speziell für ihr Alter (81) unglaublichen Anstrengung unermüdlich die Erde umtourt, um auf allen Kontinenten in hunderten von Ländern das Bewusstsein der Menschen für Umwelt- und Tierschutz zu sensibilisieren und gleichzeitig dabei immer wieder neue Projekte mit enormem Engagement voranzutreiben . Eines ihrer früheren Projekte „Roots and Shoots“ ist ein Kinderschutzprogramm. Ohne Frage eine unglaublich bemerkenswerte und bewunderungswürdige Frau.

Jane Goodall wurde 1934 in London geboren und startete ihre berufliche Laufbahn zunächst als Sekretärin aber mit dem festen Wunsch, Afrika zu bereisen und kennenzulernen. Ab dem Jahr 1960 begann sie das Verhalten von Schimpansen im Gombe-Stream-Nationalpark in Tanzania zu untersuchen. Durch ihren niederländischen Mann Baron Hugo van Lawick kam sie 1964 das erste Mal auch nach Kenia. – Das heutige von ihr gegründete Jane-Goodall-Institute widmet sich der Behandlung und dem Verständnis für diese Primaten; stärkt das Wissen und die Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden und bildet junge Leute auf diesem Gebiet der Langzeit-Tierstudien aus. - Viele heutige Erkenntnisse über Schimpansen gehen zurück auf die langjährigen intensiven Forschungsarbeiten von Jane Goodall. Heute setzt sie sich auch ein für das Great Ape Project (Grosse Menschenaffen); seit 2002 ist Jane Goodall Friedensbotschafterin der UNO. Sie bekämpft energisch Gewalt gegen Tiere und wirbt für Alternativen zu Tierversuchen.

Ihre Auszeichnungen, Ehrenmitgliedschaften, Doktorwürden und Preisverleihungen sind zahllos. Im Herbst des Jahres 2010 wurde ein Dokumentarfilm über ihren Lebensweg vom deutschen Regisseur Lorenz Knauer mit dem Titel „ Jane‘s Journey“ gedreht. Es gibt weitere Filme und diverse Bücher über ihre bemerkenswerten Arbeiten und Forschung.

Dr. Biruté Galdikas und die Orang-Utans

Sie ist eine in der breiteren Öffentlichkeit vielleicht nicht ganz so bekannte, aber ebenso bedeutende Wissenschaftlerin, Psychologin und Anthropologin die man wirklich mehr in das Licht der Öffentlichkeit rücken sollte. Es handelt sich um Dr. Biruté Marija Filomena Galdikas – ihre Eltern stammten aus Litauen, aber sie wurde 1946 in Wiesbaden geboren und wuchs schlussendlich in Kanada auf. Sie ist neben Dian Fossey (ermordet 1985 in Ruanda) und der vorgenannten Dr. Jane Goodall eine der wichtigsten Verhaltensforscher für tierische Langzeitstudien – in ihrem Fall bei den letzten freilebenden grossen Menschenaffen, den Orang-Utans auf Borneo –

Schon als junges Mädchen wusste sie, dass sie dazu bestimmt war, die Verhaltensweisen der Orang-Utans, zu erforschen. Ihr Zusammentreffen mit dem bekannten Paläontologen Dr. Louis Leakey – der auch die Verhaltensforscherinnen Fossey & Goodall in ihren Feldstudien und Arbeiten unterstützte – bestimmte ihren weiteren Lebensweg. Anfänglich gab man ihrem Vorhaben, die Orang-Utans in ihrem natürlichen Lebensumfeld zu studieren, kaum eine Chance, da diese Tiere äusserst menschenscheu in dem fast undurchdringlichen tropisch-heissenUrwald von Borneo in hohen Baumkronen leben. -- Aber all ihre Mühen wurden belohnt und bis zum heutigen Tage widmet sie ihre ganze Kraft und Engagement den letzten Grossen Menschenaffen und gilt als die absolute Expertin auf diesem Gebiet. Ihr Forschungszentrum benannte sie “ Camp Leakey“ .

Wenn Biruté Galdikas sich nicht im Regenwald von Borneo aufhält, doziert sie an der Univerität von Burnaby, im kanadischen British Columbia. Über die rotzotteligen Orang-Utans – die sie als „Waldmenschen“ bezeichnet – hat sie 1995 ein Buch geschrieben. Auch wenn sie nicht in Afrika lebt und forscht, so passt sie durch ihre auf Primaten bezogenen Untersuchungen auch hier mit in’s Bild.

Dian Fossey

Dian Fossey ist die tragische Heldin unter diesen drei Frauengestalten. Sie wurde 1932 in San Francisco geboren und - leider – auch bekannt durch die tragischen Umstände ihrer Ermordung in Ruanda im Jahre 1985. Dian Fossey arbeitete als Zoologin und Verhaltsforscherin speziell bei den Berggorillas. Vielen ist sie auch bekannt geworden durch den US-Spielfilm „Gorillas im Nebel“, wo die US-Schauspielerin Sigourney Weaver sie im Film verkörpert.

Dian Fossey begann ihre Arbeit 1963 in Ostafrika, traf auf ihre ersten Gorillas im Kongo und forschte und lebte unter den Berggorillas schliesslich bis zu ihrem Tode. Im Verlauf ihres Lebens machte sie sich nicht nur Freunde in Ostafrika, denn sie organisierte zum Schutz der Tiere Wächtertrupps, zerstörte Wildererfallen, machte sich die ruandische Regierung zum Feind durch ihr teilweise rüdes unbeherrschtes Vorgehen. Sie galt als schwierige Person, wurde von den Einheimischen als „die Frau, die einsam im Wald lebt“ bezeichnet, aber sie war stets aus vollem Herzen bereit, alles für ihre Gorillas zu tun – eben häufiger auch mit umstrittenen Mitteln, was wohl auch zu ihrem Tod geführt haben kann, der niemals aufgeklärt wurde. Es gibt diverse weitere Filme über ihr Leben und Bücher, die sich auch mit ihrem Tod auseinander setzen.

Auf ihren eigenen Wunsch wurde sie auf dem Gorilla-Friedhof beigesetzt, den sie bei ihrer Forschungsstation besonders angelegt hatte.

°°° R.I.P. Dian ! °°°

Elefantenherde unter grossen Schirmakazien

III.

Nach so viel Dramatik und Tragik lasse ich nun mal mehr die südafrikanische Natur sprechen. In Bezug auf Artenreichtum und Pflanzenvielfalt zählt das Land Südafrika zu den drittreichsten der Welt.

Man findet hier staubtrockene und glühendheisse Wüstengebiete, in denen man überrascht feststellen muss, dass es auch dort unzählige Tierarten und Pflanzen gibt, die sich den extremen Bedingungen hervorragend angepasst und sensationelle Überlebensstrategien entwickelt haben. Man findet endlose prärieartige Grasland-Steppen - das sog. Bushveld, aber dann auch üppige Regenwälder; schroffe Gebirge mit Ausblicken in beeindruckende Canyons, wozu man die Besonderheit des Landes, den in Kapstadt liegenden 1.086 m hohen Tafelberg unbedingt zählen muss; man findet einmalige riesige Wildtier-Reservate; daneben wechseln sich sanft dahinplätschernde Flussläufe (wenn es nicht gerade Trockenzeit ist) ab mit beängstigenden Stromschnellen in wildreissenden Flüssen.

Die südafrikanische Flora verzeichnet 8.500 Arten; um sich eine Vorstellung von der Vielfältigkeit zu machen: es gibt allein 450 bekannte verschiedene Arten der Glockenheide !

Auffällige und bei Touristen immer sehr beliebte Fotomotive sind die verschiedenen Baumarten, die teilweise sehr alt und sehr hoch werden können; natürlich werden diese auch stark frequentiert von den Wildtieren, die dort nicht nur ihren Schatten suchen oder ihre Beute in die Baumkronen hochschleppen und in Sicherheit vor gierigen Hyänen und Schakalen bringen; Giraffen fressen hier aus der Höhe mit ihren langen Zungen zwischen den spitzen Dornen die saftigen Blätter der Akazien – zB der Camel-Thorn-Trees heraus; im südlichen Afrika gibt es kein natürliches Lebensgebiet für Kamele – der englische Name des Baumes ist eine missverständliche Bildung aus dem Afrikaans – eigentlich und richtigerweise müsste er Giraffen-Dornbaum heissen ; auffallend ist er dann noch durch seine langen Fruchthülsen.

Elefanten machen vielen Bäumen den Garaus, weil sie nicht nur die Blätter sondern auch ganze Äste in grossen Mengen vertilgen und sie auch als Kratzbäume benutzen, wobei so mancher Baum durch das Gewicht niedergedrückt wird. Haben sie einmal einen Lieblingsbaum entdeckt, hat der keine Überlebenschance mehr – Farmer, die besonders beliebte Baumarten nachpflanzen, müssen sie energisch vor dem Elefantenfrass schüzten. Sie tun das mit einem einfach wirkenden Naturmittel: sie stellen rund um die Bäume Kästen für wilde Bienen auf; sind die erstmal von Bienenvölkern bezogen, machen die Elefanten einen grossen Bogen darum. So kann natürlicher Naturschutz funktionieren. –

Der Marula-Baum mit seinen stark süss-alkohlhaltigen Früchten wird wegen seiner Beliebtheit oft auch Elefantenbaum genannt. Aber auch andere Tiere fressen sich an den Früchten oft satt, was dann zu seltsamen Verrenkungen, Stolperern, aber auch kompletten Alkoholräuschen führt, wodurch solche Wildtiere sehr unberechenbar und gefährlich werden können – da sollte man sich schnellstens in Sicherheit bringen. – Auch in Europa und in vielen Ländern auf anderen Kontinenten ist die Marula-Frucht bekannt und beliebt geworden durch den Amarula Cream Likör - aber die einheimische Bevölkerung und die Buschmänner kennen für die Früchte vielseitigste Verwendungen.

Besonders ist auch der Tamboti-Tree – ein Baum, der eine milchige Latex absondert, die aber nur für Menschen giftig ist; das Laub ist bei vielen Tierarten sehr beliebt und die Rinde wird auch von Stachelschweinen verzehrt.

Über den Milchbusch-Baum „Milk Bush“ werde ich im nächsten Afrika-Blog (Februar 2016) in einem Abschnitt zum Urvolk der SAN interessante Einzelheiten berichten; denn die Buschmänner wissen dessen Wirkstoffe für ihre Jagdmethoden, ihre Magien, aber auch medizinische Anwendungen zu verwenden. Alle Teile dieses Baumes oder Busches sind hochgiftig – botanisch zählt er zu den Wolfsmilchgewächsen. Als kleiner Baum kann er aber doch auch schon mal bis zu 5 m hoch werden.

Der Baobab – in Europa mehr bekannt als Affenbrotbaum - ist einer der eindruckvollsten der afrikanischen Bäume – er kann sehr hoch und auch sehr alt werden. Kennzeichnend für ihn ist ein wulstiger Stamm, der oft zu einem gewaltigen Umfang von bis zu 20 m anwachsen kann. Seine Wuchsform ist oft sehr bizarr. Er ist ein sogenannter Lebensbaum, da er grosse Mengen von Wasser (mehrere tausend Liter) speichern kann, das in Trockenzeiten für Mensch und Tier überlebenswichtig ist.

Dieser Baum soll schon 2.000 Jahre alt sein

Dann ist da noch der Mopani-Baum, der hervorsticht durch seine schmetterlingsförmigen Blätter, die sich je nach Jahreszeit von glänzend hellgrün bis gelb-rot zeigen; diese Bäume werden oft bis zu 25 m hoch, wenn sie genügend Wasser zur Verfügung haben; in halbwüstenähnlichen Gebieten wachsen sie auch nur als Strauch. Der Baum ist Wirt für die Mopane-Motte bzw. deren Mopane-Raupe; letztere wird geerntet und verzehrt von der einheimischen Bevölkerung, aber auch von den Angehörigen der SAN Volksgruppe. Das Holz des Baumes ist Termiten resistent und wird daher viel für Einzäunungen und in der Möbelherstellung verwendet.

Als letzter soll auch der ausgefallene Kigelia-Sausage-Tree (Leberwurstbaum) noch mit erwähnt werden. Dieser Baum ist eine wirkliche Besonderheit; er bildet wunderschöne blutrote Blüten, die aber nur kurz aufblühen und schon wieder abfallen; der „Duft“ ist eher abstossend – für viele Wildtiere aber sehr anziehend – wenn die Blütenpracht abfällt versammeln sich unter den Bäumen die verschiedensten Tierarten wie Duiker, Impalas, Baboons(Affen), wilde Buschschweine und andere mehr. Aus den Blütenständen entwickeln sich dann die grauen wurstähnlichen Früchte, die oft zu einer erstaunlichen Länge von bis zu 30 cm und über 5 kg Gewicht anwachsen können.

Kigelia-Leberwurstbaum

Um der Einzigartigkeit der südafrikanischen Flora gerecht zu werden, müsste man viel detaillierter berichten – aber dies ist schon einmal ein kleiner erster Einblick. Gerade die BÄUME im südlichen Afrika sind oft sagenumwoben, bergen viele Geheimnisse und wurden traditionell von den schwarzen Stämmen und den Buschmännern mit allen möglichen Legenden und magischen Riten belegt.

Zum Abschluss dieses Abschnitts drei Beispiele:

Im Transvaal (Gauteng) werden bei einigen dörflichen Stämmen heute noch Baby-Jungens in Wasser gebadet, in dem Rinde des Baobab eingeweicht wurde – damit sie genauso gross und kräftig heranwachsen wie der Baum !

Oder : Manche glauben, dass man keine Blüten vom Kigelia berühren sollte, sonst wird man vom Löwen gefressen !

Aber : Wer vom Wasser trinkt, in dem Samen des Baobab eingelegt wurden, der bleibt von Krokodil-Attacken verschont !

°°°° GLAUBEN bewegt die Welt °°°°

IV.

Das Land Südafrika hat eine einmalige geographische Lage : Es wird gleich umflutet von zwei Ozeanen : dem Atlantischen & dem Indischen Ozean und treffen tun sie sich an der Südspitze am Kap der guten Hoffnung (Cape of Good Hope oder nur Cape Point) , dort wo die Stadt Kapstadt liegt mit ihrem langestreckten Tafelberg, der sich nur allzu oft dekorativ mit einem „weissen Tischtuch“ dekoriert.

Hier findet man eine unglaubliche Felsenlandschaft mit unbeschreiblichen Ausblicken weit hinaus über das Land – auch die gefürchtete Insel Robben Island – und in die blaue Weite der beiden Ozeane. Wenn man den Wechsel der Gezeiten hier an der stürmischen Südspitze des afrikanischen Kontinents beobachten kann, versteht man, warum die Umschiffung dieses Kaps in früheren Zeiten unzählige Menschenleben kostete, die mit vielen Schiffen in der tosenden Sturmbrandung gegen die Felsen geschleudert wurden und untergingen. Über dreitausend Wracks sollen auf dem Meeresboden zu finden sein und die Wortschöpfung „Cape of Good Hope“ beruhte einfach auf einem Trugschluss, denn die ersten Umsegler des Kaps glaubten so den schnellsten Weg nach Indien gefunden zu haben, was sich dann aber sehr häufig als tödliches Unterfangen erwies.

Heute ist das Kap für Touristen eben ein Must und für die Republik Südafrika ein Wahrzeichen.

Cape Good Hope

Der Tafelberg ist der Hausberg von Kapstadt und eigentlich nur vergleichbar mit dem Zuckerhut von Rio de Janeiro. Beides sind nicht vom Menschen geschaffene Wahzeichen – wie vielleicht der Eiffelturm in Paris oder die Freiheitsstatue von New York – nein, diese Berge sind majestätische von der Natur geschaffene Wahrzeichen. Egal aus welcher Richtung man sich Kapstadt nähert der Tafelberg mit seinem weissen Tafeltuch begrüsst einen schon aus der Ferne.

Es versteht sich ja schon fast von selbst, dass sich um Tafelberg&Tafeltuch auch eine Legende rankt. Man erzählt sich von altersher diese Geschichte :

Damals lebte in Kapstadt ein niederländische Seefahrer – er hiess Jan van Hunks und er war ein Raucher und ein echter Pfeifenliebhaber. Ein Besucher aus der Stadt forderte ihn zu einer Wette auf, wer von ihnen beiden wohl der stärkere Raucher wäre. Beide Männer setzten sich ganz oben auf das Plateau vom Tafelberg und fingen an mächtig Rauch zu machen – es gewann der Seemann, was aber den anderen Mann äusserst wütend machte und nun gab er sich zu erkennen : es war der Teufel ! Dieser stampfte wie von Sinnen von einem Bein auf das andere bis schliesslich sich der Devils Peak vom Tafelberg ablöste. An dem alten Semmann rächte er sich, indem er ihn im Inneren des Tafelbergs einsperrte und dort raucht dieser heute immer noch weiter …. So kommt das weisse Tafeltuch auf den Tafelberg.

°°°° Mythen, Magie und Legenden …. davon ist Afrika voll ! °°°

Zur Erklärung : „Devils Peak“ ist ein hoher Berg an der Ostflanke vom Tafelsberg ; im Jahr 1795 verschanzten sich dort britische Invasionstruppen. Seine Besteigung bis zur Bergspitze ist nur erfahrenen Kletterern zu empfehlen.

Hiermit verabschiede ich mich in das Jahr 2016 und wünsche allen meinen Lesern - ob Buch oder Blog – ein wunderschönes Weihnachtsfest mit einem fröhlichen Beginn des Neuen Jahres. Bleibt alle gesund und natürlich mir auch treu, damit ich Euch weiter über meine Lieblingsländer und Kontinente berichten kann – es gibt noch so viel zu erzählen. Totsiens - bis auf bald !

FROHES FEST ! HAPPY CHRISTMAS & NEW YEAR ! GESEËNDE KEERSFES !

Text von Annie Midas
Quellen : Suzi Maihoodie
Fotos : © Ami Vitale; Dean Meyer; 
David Sheldrick Wildlife Trust;
Jane-Goodall-Institute , galleryhip; 
smithonianmag ; stern.de ; Michael North Imagery
Lonelyplanet; resor.smendendahl.se; Wikipedia;

 

Vorschau auf meinen nächsten AFRIKA-Report (02/2016) :

Das Urvolk der SANBuschmänner

Ein Leben für Südafrika: die Sängerin Miriam Makeba

Eine Stadt und ein Land im Wandel: Wohin geht Südafrika ?

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